Eine dartsverrückte Familie

Bei Familie Rudin aus Plaffeien fliegen die Darts längst nicht mehr nur zum Zeitvertreib. Rolf entdeckte den Sport als Erster für sich, Bruder Walter folgte – und mit dessen Sohn Thomas kam schliesslich auch die nächste Generation dazu. Heute wird gemeinsam trainiert, an Familienturnieren gespielt und bei der FKB Grand Tour um Punkte gekämpft. Eine Familiengeschichte mit drei Darts, viel Ehrgeiz und noch mehr Freude am gemeinsamen Hobby.

Vom Fallschirm zum Dartboard

Sport spielte im Leben von Rolf Rudin schon immer eine wichtige Rolle. Früher nahm er an Schweizer Meisterschaften im Fallschirmspringen teil und war zudem als Pistolen-Sportschütze aktiv. Zwei Sportarten, bei denen Konzentration, Präzision und die Fähigkeit gefragt sind, im richtigen Moment die Ruhe zu bewahren. Irgendwann kam eine weitere Leidenschaft hinzu: Steeldarts. Rolf besorgte sich im Dartshop in Bern seine ersten eigenen Darts und ein Dartboard. Damit war der Anfang gemacht – zunächst allerdings noch in den eigenen vier Wänden.

Die ersten Gegner kamen über die Kamera

Seine ersten Wettkampferfahrungen sammelte Rolf nicht in einem Turnierlokal, sondern vor einer Webcam. Über das Internet konnte er sich mit anderen Spielern messen und erste Erfahrungen gegen unbekannte Gegner sammeln. Sportlich funktionierte das durchaus. Doch etwas fehlte. Die soziale Seite des Dartsports, das gemeinsame Erlebnis und der direkte Kontakt mit dem Gegner liessen sich über eine Kamera nur schwer ersetzen. Also wagte Rolf den nächsten Schritt und meldete sich für ein Turnier der Swiss Darts League an. Dort fand er genau das, was ihm beim Spielen über die Webcam gefehlt hatte: echte Gegner am anderen Oche, Gespräche zwischen den Matches und eine Gemeinschaft, in der neben dem sportlichen Ehrgeiz auch die Freude am gemeinsamen Hobby zählt.

Dann erwischte es die ganze Familie

Das Dartsfieber blieb allerdings nicht lange auf Rolf beschränkt. Schon bald flogen auch bei anderen Mitgliedern der Familie Rudin regelmässig die Stahlpfeile. Darts wurde zu einem gemeinsamen Hobby – und schliesslich sogar zum festen Bestandteil eigener Familientreffen. Seit rund einem Jahr veranstalten die Rudins ihre eigenen «Familienturniere». Neun Familienmitglieder treten dabei gegeneinander an. Damit wird aus einem gemütlichen Familienanlass plötzlich ein kleiner Wettkampf. Und wer schon einmal innerhalb der eigenen Familie um Punkte gespielt hat, weiss: Nur weil man miteinander verwandt ist, werden die Doppel deswegen nicht freiwillig verschenkt.

Mit 77 Jahren auf der Grand Tour

Einer der neun dartbegeisterten Rudins ist Rolfs Bruder Walter. Auch er liess sich vom Präzisionssport begeistern und begann, regelmässig Darts zu spielen. Dabei zeigt Walter eindrücklich, dass der Einstieg in den Turniersport keine Frage des Alters sein muss. Mit 77 Jahren ist er der älteste Spieler der FKB Grand Tour. Während andere in diesem Alter vielleicht längst beschlossen hätten, Wettkämpfe lieber vom Zuschauerrang aus zu verfolgen, stellt sich Walter weiterhin selbst an den Oche.

Thomas bringt den Ehrgeiz mit

Als letzter der drei stiess Walters Sohn Thomas zum Turnierdarts. Damit war schliesslich auch die nächste Generation der Familie bei der FKB Grand Tour vertreten. Und Thomas zeigte schnell, dass er nicht nur zum Mitmachen gekommen war. Von den drei Rudins gilt er als der Ehrgeizigste und konnte bereits einen Turniersieg feiern. Auch in der Gesamtrangliste der Swiss Darts League ist Thomas der bestklassierte Spieler der Familie.

Drei Spieler, ein gemeinsames Shirt

Dass die Rudins zusammengehören, sieht man an einem Turniertag schon von Weitem. Rolf, Walter und Thomas treten in einheitlichen Dartshirts an und können dabei auf die Unterstützung ihrer Familienangehörigen zählen. Ganz ohne familiäre Mitsprache entstand das gemeinsame Outfit allerdings nicht. Bei der Gestaltung der Shirts hatten auch die Ehefrauen der Spieler ein Wort mitzureden.

Wenn Darts Generationen verbindet

Die Geschichte der Rudins zeigt eine Seite des Dartsports, die in Ranglisten und Resultaten kaum sichtbar wird. Natürlich möchte jeder ein Match gewinnen. Doch am Ende geht es um mehr. Darts hat der Familie ein gemeinsames Hobby gegeben, bei dem unterschiedliche Generationen miteinander spielen können. Neun Familienmitglieder stehen bei den eigenen Turnieren am Board, drei davon inzwischen auch regelmässig bei der FKB Grand Tour. Für ein gemeinsames Match reichen ein Board, drei Darts – und in diesem Fall ein gemeinsamer Familienname.

Familie Rudin

Wohnort: Plaffeien

Gemeinsames Hobby: Steeldarts

Familienturniere: 9 Teilnehmer

Rolf Rudin
Entdeckte Darts als Erster für sich; früher Fallschirmspringer und Pistolen-Sportschütze; Teilnehmer der FKB Grand Tour.

Walter Rudin
Bruder von Rolf; 77 Jahre; ältester Spieler der FKB Grand Tour.

Thomas Rudin
Sohn von Walter; Turniersieger; bestklassierter Rudin in der Order of Merit.

Mehrere Generationen der Familie Rudin bei den Darts-Turnieren

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