Der innere Fokus zählt

Jochen Vonlanthen weiss aus eigener Erfahrung: Darts ist vor allem Kopfsache. Seit den frühen Turnieren der FKB Grand Tour ist er dabei – nicht mit stundenlangen Trainingseinheiten, sondern mit Ruhe, Erfahrung und Freude am Spiel. Für ihn zählen Selbstvertrauen, Fairness und Gemeinschaft mehr als blinder Ehrgeiz.

Als die Nervosität noch mitspielte

«Als ich das erste Mal in Division 1 spielte, war ich so nervös, dass ich an diesem Tag nur ein einziges Spiel gewinnen konnte», erinnert sich Jochen Vonlanthen. Heute sieht er diese Erfahrung mit einem Lächeln – als lehrreichen Moment, der ihm gezeigt hat, wie sehr Darts im Kopf entschieden wird. Seit den Anfängen der FKB Grand Tour begleitet er die Szene und hat ihre Entwicklung hautnah miterlebt. Das Niveau sei über die Jahre deutlich gestiegen, sagt er.

Wenn plötzlich der Knopf aufgeht

Für ihn selbst öffnete sich die Tür nach einigen Turnieren in Division 3 und 2: «Plötzlich ging ein Knopf auf.» Nicht mehr Training, sondern Selbstvertrauen habe ihn weitergebracht. «Wenn du merkst, dass Triple- und Doppelfelder funktionieren, bist du in einer Positivspirale.» Besonders in den letzten Turnieren habe er die Doppel sicher getroffen – ein gutes Gefühl, das ihn getragen hat und zeigte, dass nicht nur die Hand, sondern auch der Kopf im Gleichgewicht sein muss.

Es ist reine Kopfsache – und plötzlich bist du in einer Positivspirale, in der es läuft!

Jochen Vonlanthen, Schmitten

Ziele und Highlights

Jochen ist Buchhalter von Beruf, täglich von Zahlen umgeben. Ob das beim Darts hilft? «Nein», sagt er lachend. «Die Checkout-Wege habe ich mir im TV von den Profis abgeschaut.» Sein Minimalziel sei immer mindestens ein Sieg. Dreimal stand er schon in einem Endspiel, einmal durfte er den Turniersieg feiern. Unvergessen bleibt für ihn 2024 der Halbfinal in Wünnewil, als er im entscheidenden Leg den Favoriten bezwang.

Jochen Vonlanthen mit Phrasenschwein und Dartboard auf einem Fahrrad vor dem Bahnhof Freiburg.
Mit einem Augenzwinkern unterwegs: Jochen Vonlanthen mit Phrasenschwein und Dartboard vor dem Bahnhof Freiburg.

Fairness vor Taktik

Was ihn antreibt, geht über Resultate hinaus. «Mich hat von Anfang an gereizt, dass jeder Wurf zählt – und dass man trotz Einzelmodus ständig spannende Begegnungen hat.» Fairness ist für ihn unverhandelbar. «Taktische Spielchen, um den Gegner aus dem Konzept zu bringen, sind nicht mein Ding. Ich will auf Augenhöhe gewinnen.» Zwar bevorzugt er den Einzelmodus, ein Doppel-Turnier könne er sich aber gut vorstellen – «gerade wegen der zusätzlichen Dynamik». Neben dem Dartsport spielt Jochen auch Fussball. Für ihn gibt es Parallelen: «Im Fussball zählt der Teamgeist, beim Darts ist es die Gemeinschaft rund um die Turniere. Beides lebt davon, dass man Respekt hat und einander unterstützt.»

Taktische Spielchen, um den Gegner aus dem Konzept zu bringen, sind nicht mein Ding. Ich will auf Augenhöhe gewinnen.

Jochen Vonlanthen

Gemeinschaft als Antrieb

Besonders schätzt Jochen das Soziale. «Ich habe bei den Turnieren viele Leute kennengelernt, denen ich sonst nie begegnet wäre.» Dieses Wiedersehen und der Austausch seien für ihn genauso wertvoll wie sportliche Erfolge – oft sogar wertvoller, weil daraus Freundschaften entstehen, die weit über das Board hinausreichen. Training spielt dagegen eine Nebenrolle: «Eigentlich fast nie!», sagt er lachend. Vor Turnieren wirft er zwar ein paar Pfeile, manchmal auch mit Freunden – doch gegen den Dartbot fehlt ihm die Lust. Gerade diese Lockerheit, gepaart mit Erfahrung und klarem Fokus, macht ihn zu einem Spieler, der jederzeit für Überraschungen gut ist.

Ausblick

Seine Vorfreude auf die kommenden Turniere ist gross: auf die Herausforderungen am Oche – und auf die Gemeinschaft, die für ihn untrennbar zum Darts dazugehört.

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